Glutenfreie Pasta: Marken im Vergleich, aus Zöliakie-Sicht bewertet

UPDATED=2026-09-28READ=7 MIN.REVIEW=HTGF EDITORIAL

Glutenfreie Pasta ist inzwischen richtig gut. Vor zehn Jahren war sie ein Kompromiss: klebrig, brüchig und im Nu von bissfest zu matschig verkocht. Heute haben die besten Sorten Biss, schmecken nach etwas und lassen sich gut in der Pfanne zubereiten. Aber die Marken sind nicht alle gleich. Die Unterschiede liegen in ihren Zutaten. Hier erfährst du, wie sich die wichtigsten Sorten kochen lassen und worauf du mit Zöliakie jenseits des Marketings achten solltest.

Worauf es wirklich ankommt

Egal, für welche Marke du dich entscheidest, das Wichtigste steht nicht vorn auf der Packung. Es ist der offizielle „glutenfrei“-Hinweis (≤20 ppm) und, noch besser, ein anerkanntes Zertifizierungssiegel. Natürlich glutenfreie Getreidesorten wie Reis und Mais werden beim Mahlen häufig kreuzkontaminiert. Deshalb ist „aus Mais hergestellt“ nicht dasselbe wie „geprüft und als glutenfrei zertifiziert“. Alle hier genannten Marken verkaufen ihre Pasta als glutenfrei. Wenn ein Hersteller auf seiner Website eine Zertifizierung oder eine rein glutenfreie Produktionsstätte angibt, erwähnen wir das. Prüfe aber immer die Packung, die du in der Hand hältst. Sortimente, Siegel und Produktionsstätten können sich von Land zu Land unterscheiden.

Die Zutat entscheidet über das Kochverhalten

Drei große Familien, jede mit einer eigenen Persönlichkeit:

  • Mischungen aus Mais und Reis sind die gängigste Wahl. Sie kommen dem neutralen Geschmack und der goldenen Farbe von Weizenpasta am nächsten und verzeihen Kochfehler am ehesten. Hier finden sich die meisten guten Optionen für den Alltag.
  • Reine Reispasta ist tendenziell weicher und zarter. Sie eignet sich besser für feine Pastaformen und eine schnelle Zubereitung als für ein kräftiges Ragù.
  • Pasta aus Hülsenfrüchten (Kichererbsen, Linsen, Erbsen) ist eigentlich ein eigenes Lebensmittel. Sie ist protein- und ballaststoffreicher, fester und hat einen deutlichen Eigengeschmack, der zu manchen Saucen passt und mit anderen konkurriert. Nährwerttechnisch super, aber kein unauffälliger Ersatz für Weizenpasta.

So verhalten sich die wichtigsten Marken

  • Schär: Ein reines Glutenfrei-Unternehmen. Auf der eigenen Website heißt es: „Alle Schär-Produktionsstätten sind ausschließlich der Herstellung von glutenfreien Lebensmitteln gewidmet.“ Die Pasta aus Mais und Reis (die internationale Spaghetti-Variante enthält zusätzlich Hirse) behält gut ihre Form. Die verlässliche Standard-Option, die du fast überall findest, wenn auch selten die aufregendste.
  • Rummo „Senza Glutine“: Ein renommierter italienischer Pastahersteller. Die glutenfreie Linie aus Mais und Vollkornreis wird mit einem eigenen Dampfverfahren hergestellt („Metodo di Lavorazione al Vapore“). Unsere Wahl, wenn die Textur wichtig ist, also für ein richtiges Abendessen statt einer schnellen Mahlzeit. Die Produkte sind auf der „Crossed Grain“-Liste von Coeliac UK aufgeführt. Rummos eigene Website nennt keine Zertifizierung.
  • Garofalo „Senza Glutine“: Ein weiterer angesehener Hersteller aus Neapel. Die Pasta aus Mais, Vollkornreis und Reis mit etwas Quinoa hat einen guten Biss und einen klaren Geschmack. Auf der US-Website steht „Certified Gluten Free“, ohne den Zertifizierer zu nennen. Eine starke Wahl im mittleren Preissegment, wo sie erhältlich ist.
  • Barilla Glutenfrei: Das Arbeitspferd im Supermarkt. Hergestellt aus weißem und gelbem Mais mit Vollkornreis, gleichbleibend in der Qualität und leicht zu finden. In Italien trägt sie das „Spiga Barrata“-Siegel (durchgestrichene Ähre) der AIC. Laut der US-Website von Barilla wird sie auf einer rein glutenfreien Produktionslinie hergestellt. Sie verzeiht Kochfehler und schmeckt angenehm. Eine vernünftige Wahl für jeden Tag.
  • Le Veneziane: Italienische Maispasta, bekannt für ihre Farbe und eine leicht süßliche Maisnote. Die Fusilli sind besonders empfehlenswert. Der Hersteller Molino di Ferro gibt an, dass alle seine Produkte glutenfrei und mit dem „Spiga Barrata“-Siegel der AIC zertifiziert sind, und beschreibt seine Produktion als ausschließlich glutenfrei.
  • Massimo Zero: Ein spezialisierter Hersteller für glutenfreie Pasta aus Meran, Südtirol. Er verarbeitet nur Mais und Reis (die Spaghetti bestehen aus 60 % Maismehl, 40 % Reismehl und Wasser, ohne Zusatzstoffe) und trocknet die Pasta langsam bei niedriger Temperatur. Die Firmenbroschüre beschreibt ein Werk, das nur glutenfreie Pasta herstellt, und führt eine Glutenfrei-Zertifizierung (DTP-108) auf. Verkauft wird die Pasta hauptsächlich in italienischen Apotheken und Fachgeschäften. Die Etiketten weisen auf mögliche Spuren von Lupinen und Soja hin.
  • La Fabbrica della Pasta di Gragnano „Senza Glutine“: Ein Pastahersteller aus Gragnano in vierter Generation (Familie Moccia). Die glutenfreie Linie umfasst etwa 40 Sorten, von Paccheri bis Lasagne, hergestellt aus italienischem Mais- und Reismehl, bronzegezogen und langsam getrocknet. Laut Hersteller war er 2012 die erste Pastafabrik in Gragnano, die vom Gesundheitsministerium die Genehmigung zur Herstellung glutenfreier Pasta erhielt. Die Packung trägt das Siegel des Ministeriums: „Alimento senza glutine · prodotto erogabile“. Die Website verrät nicht, ob die glutenfreie Linie in einer separaten Anlage von der Weizenpasta getrennt hergestellt wird. Unser persönlicher Favorit für zu Hause.
  • Jovial: Bio-Vollkornreispasta aus der Toskana. Beliebt bei allen, die eine Vollkornoption suchen. Auf der Produktseite steht: „Hergestellt in einer rein glutenfreien Produktionsstätte.“ Die Pasta ist weicher und zarter, also am besten nicht zu lange kochen.
  • Marken aus Hülsenfrüchten (diverse): Bewerte diese nach ihren eigenen Maßstäben. Sie sind super für eine proteinreiche Mahlzeit mit einer kräftigen Sauce. Weniger überzeugend, wenn du den Geschmack von klassischen Hartweizenspaghetti suchst.

Geschmäcker sind verschieden und die Verfügbarkeit ist von Land zu Land noch unterschiedlicher. Betrachte diese Liste also eher als eine Orientierungshilfe und nicht als eine Rangliste. In Italien findest du außerdem Produkte mit dem „Spiga Barrata“-Siegel der Italienischen Zöliakie-Gesellschaft (AIC) auf der Packung. Dieses zusätzliche Prüfsiegel ist ein gutes Zeichen.

So gelingt glutenfreie Pasta

Die Hälfte des schlechten Rufs von glutenfreier Pasta ist eigentlich auf die falsche Zubereitung zurückzuführen. Vier Gewohnheiten können das ändern:

  • Viel gut gesalzenes Wasser und richtig sprudelnd kochen lassen. Glutenfreie Pasta gibt mehr Stärke ab, deshalb braucht sie Platz.
  • In der ersten Minute umrühren, damit sie nicht zusammenklebt. Danach gelegentlich umrühren.
  • Früh und oft probieren. Das Zeitfenster zwischen perfekt und verkocht ist kürzer als bei Weizenpasta. Beginne mit dem Probieren schon ein paar Minuten vor der auf der Packung angegebenen Kochzeit.
  • In der Sauce fertig garen, statt die abgetropfte Pasta darin zu ertränken. Hebe etwas Kochwasser auf, um alles zu binden. Das ist der wichtigste Trick für ein besseres Ergebnis.

Ein Hinweis für deine Küche

Zertifizierte Pasta bleibt nur glutenfrei, wenn sie zu Hause nicht kreuzkontaminiert wird. Nutze ein separates oder ein sehr gut gespültes Nudelsieb. Nimm auch nicht dasselbe Kochwasser, in dem gerade Weizenpasta gekocht wurde. In einer Gemeinschaftsküche ist es die Handhabung, nicht die Packung, die die ganze Mühe zunichtemacht.

Die Kurzfassung

  • Achte beim Kauf auf eine Zertifizierung (≤20 ppm / ein anerkanntes Siegel) und nicht nur auf den Hinweis „aus Mais hergestellt“.
  • Mischungen aus Mais und Reis kochen sich am ähnlichsten zu Weizenpasta. Reispasta ist weicher. Pasta aus Hülsenfrüchten ist ein anderes, proteinreiches Lebensmittel.
  • Für ein Abendessen mit bissfester Pasta sind Rummo und Garofalo führend. Für den Alltag und gute Verfügbarkeit eignen sich Schär und Barilla. Le Veneziane und Jovial bieten besondere Texturen.
  • Viel Wasser, früh umrühren, früh probieren, in der Sauce fertig garen und Kreuzkontamination in der eigenen Küche vermeiden.

Die Verfügbarkeit ist die eigentliche Unbekannte. Deshalb erweitern wir unsere Einkaufsführer für jedes Land. Wenn eine Marke, auf die du zählst, hier fehlt oder sich etwas geändert hat, sag uns Bescheid. Wir halten die Liste dann aktuell.


Quellen: die Websites der jeweiligen Marken: Schär (glutenfreie Produktionsstätten), Rummo glutenfreies Sortiment, Garofalo glutenfreie Spaghetti, Barilla senza glutine (Italien) und Barilla Gluten Free (USA), Molino di Ferro / Le Veneziane (Qualität und Zertifizierungen), Jovial Vollkornreis-Spaghetti, Massimo Zero Spaghetti und die Firmenbroschüre (veröffentlicht über die Handelskammer Bozen, handelskammer.bz.it), La Fabbrica della Pasta di Gragnano glutenfreies Sortiment; Coeliac UK Crossed-Grain-Liste (Rummo); Codex Alimentarius glutenfrei-Standard (≤20 ppm). Angaben zu den Packungen von Massimo Zero und La Fabbrica della Pasta: unsere eigenen Packungen (27. September 2026). Geschmacks- und Strukturanmerkungen sind unsere eigenen. Zuletzt geprüft: 27. September 2026.

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Geprüft nach der HTGF-Methodik: jede Aussage belegt, jeder Eintrag gestuft und datiert. Dieser Artikel ist praktische Orientierung, keine medizinische Beratung.

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